Beschäftigung älterer Arbeitnehmer

Was Sie als Unternehmer wissen sollten

Wenn Unternehmen ältere Arbeitnehmer beschäftigen, hat das Vorteile: Senior-Experten stehen mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen auch in Zeiten des demographischen Wandels zur Verfügung. Sie besitzen Qualifikationen, die junge Mitarbeiter oft nicht mitbringen: Sie sind entscheidungsfreudiger, sozial kompetenter und haben ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein (siehe auch Vorteile älterer Mitarbeiter). Doch worauf müssen Sie formell achten, wenn Sie ältere Arbeitnehmer einstellen? Dafür haben wir Ihnen einige wertvolle Informationen zusammengestellt.

Hinzuverdienstgrenzen für Rentner

Rentner über 65 Jahren können unbeschränkt hinzuverdienen. Hierbei ist zu beachten, dass ab 2012 das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahren angehoben wird und sich damit auch die Altersgrenze verschiebt. Bei jüngeren Beschäftigten gelten Hinzuverdienstgrenzen, deren Überschreitung zu Rentenkürzungen führen kann. Hierzu haben wir für Ruheständler Informationen bereitgestellt. Rentner können zudem ihre persönliche Hinzuverdienstgrenze bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte oder den Rentenversicherungsträgern erfragen. Tipp: Am besten Sie finden zusammen mit dem Mitarbeiter im Ruhestand schon vor Beginn der Tätigkeit eine Lösung, die für alle Beteiligten optimal ist. Hier finden Sie Informationen zum Hinzuverdienst für Rentner.

Lohnsteuer für Rentner

Hinzuverdienste von Rentnern unterliegen allgemein dem Lohnsteuerabzug, außer wenn sie unter 400 Euro bleiben (Mini-Job). Wenn keine Pauschalierung der Lohnsteuer vorgenommen werden kann, müssen auch Rentner dem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte aushändigen. Dies gilt nicht, wenn eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt wird.

Rentner müssen zudem eine Lohnsteuer nach der „besonderen Lohnsteuertabelle“ abführen. Aufgrund der Tatsache, dass Rentner keinen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichten müssen, ist die Lohnsteuer für sie etwas höher als in der allgemeinen Lohnsteuertabelle ersichtlich.

Abgaben zur Sozialversicherung bei 400-Euro-Jobs

Beschäftigen Sie als Unternehmen einen Rentner auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung (400-Euro-Job), so fällt für Sie ein pauschaler Arbeitgeberanteil an. Dieser beträgt 15% zur Renten- und 13% zur Krankenversicherung.

Der Rentenversicherungsbetrag muss dabei auch dann gezahlt werden, wenn der beschäftigte Rentner nicht mehr rentenversicherungspflichtig ist. Für die Beschäftigung in einem Privathaushalt gelten reduzierte Beitragssätze von 5% zur Renten- und 5% zur Krankenversicherung. Sollten Sie einen Rentner einstellen, der privat krankenversichert ist, so fällt für Sie kein pauschaler Krankenversicherungsbeitrag an. Der Rentner zahlt bei einer geringfügigen Beschäftigung keine Abgaben, ebenso wie alle anderen Arbeitnehmer.

Krankenversicherung

Bei der Beschäftigung eines Rentners mit einem Bruttoentgelt über 400 Euro ist der Rentner mit seinem Hinzuverdienst krankenversicherungspflichtig. Bei der Krankenversicherung ist zu unterscheiden, ob Sie Vollzeit- oder Teilzeitrentner beschäftigen. Bei Vollzeitrentnern gilt der ermäßigte Beitragssatz von 14,3 %. Für Teilzeitrentner sowie für Bezieher von Berufsunfähigkeitsrente und Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung müssen Krankenkassenbeiträge von 14,9 % gezahlt werden. Die Beitragsdifferenz kommt durch die unterschiedlichen Ansprüche in Bezug auf das Krankengeld zustande.

Auch für Personen, die ihr 65. Lebensjahr bereits vollendet haben, gelten die oben stehenden Regelungen. Eine Sondersituation besteht bei Beamten, die von einer Krankenversicherung freigestellt sind.

Rentenversicherung

Auch bei der Rentenversicherung ist bei einem Verdienst über 400 Euro zwischen einer Voll- und Teilrente zu unterscheiden. Für Angestellte, die eine Vollrente beziehen, fällt lediglich der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung an. Diesen müssen Sie als Unternehmen abführen. Teilrentenbezieher sowie Mitarbeiter mit Berufsunfähigkeitsrente oder einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung sind voll rentenversicherungspflichtig – wie alle anderen Angestellten.

Beamte im Ruhestand sind prinzipiell rentenversicherungsfrei. Aber auch hier fällt für Sie als Unternehmen der Arbeitgeberanteil an, der abgeführt werden muss. Teilweise bestehen Sonderregelungen für Mitarbeiter, die das 65. Lebensjahr überschritten haben. Diese haben Versicherungsfreiheit: Und zwar dann, wenn sie entweder nicht rentenversichert waren oder nach der Vollendung des 65. Lebensjahres eine Beitragserstattung aus der eigenen Rentenversicherung erhalten haben. Für Sie als Unternehmen ist dabei wichtig zu wissen, dass Sie auch für diese den Arbeitgeberanteil leisten müssen.

Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung macht keine Unterscheidung, ob Ihr Angestellter eine Voll- oder Teilrente bezieht. Hier müssen bis zum 65. Lebensjahr Beiträge gezahlt werden. Hierbei ist zu beachten, dass ab 2012 das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahren angehoben wird und sich damit auch die Altersgrenze verschiebt. Danach müssen Sie nur noch den Arbeitgeberanteil abführen. Gleiches gilt für Beamte. Auch Bezieher von Berufsunfähigkeitsrente und Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung zahlen – bis auf wenige Ausnahmefälle – regulär in die Arbeitslosenversicherung ein.


Schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters
Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund (2010)

Pflegeversicherung

Werden Beiträge zur Krankenversicherung entrichtet, so fallen automatisch auch Entgelte zur Pflegeversicherung an. Diese sind für alle Versicherungsnehmer gleich und liegen bei 1,95 %. Ein Zusatzbeitrag von 0,25 % fällt für Arbeitnehmer ohne Kinder an. Pflegeversicherung ist nicht zu zahlen, wenn die beschäftigte Person vor 1940 geboren wurde.

Meldungen und Unterlagen

Auch bei Rentnern und Pensionären haben Sie die geltenden Vorschriften zur Meldung und Unterlagenbereitstellung zu beachten. Dabei ist zu bedenken, dass diese Meldungen auch dann eingereicht werden müssen, wenn die Senior-Experten als geringfügig Beschäftigte eingestellt wurden. Tipp: Legen Sie den Meldeunterlagen gleich Rentenbescheid, Unterlagen der Arbeitsagentur etc. bei, da es hier durch Rentenbezüge und Pensionszahlung ggf. zu Besonderheiten kommen kann. Alle für die Meldung relevanten Beitragsgruppen und Besonderheiten können Sie der Übersicht entnehmen.


Übersicht der Rentenarten und der entsprechenden Beitragsgruppen
Quelle: TKK (2010)

Lohnunterlagen

Unterlagen wie Rentenbescheid, Bescheid der Arbeitsagentur etc. sollten von vornherein in Kopie zu den Unterlagen gelegt werden. Durch die Belege können Sie auch bei einer eventuellen Betriebsprüfung die Richtigkeit Ihrer versicherungs- und beitragsrechtlichen Beurteilung schnell und einfach belegen.

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Quellen:

Deutsche Rentenversicherung Bund (2010), „Regelaltersrente“, Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin

TKK (2010), „Beschäftigung von Rentnern“, Techniker Krankenkasse, Hamburg

Welt (2010), „Firmen müssen jetzt um alte Arbeitnehmer kämpfen“, Welt Online, 13. März 2010

Zurück zur Übersicht Stand: 02.02.2011


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